Abgestürzt - Warum der neue Supergirl-Film floppt
5.000 Besucher und Besucherinnen wollten den neuen "Supergirl-Film" am Startwochenende in Österreich im Kino sehen. Trotz massiven Werbebudget. An jedem Bus und in jeder U-Bahn Station klebten die riesigen Plakate. Die Fußball WM ist diesmal nicht schuld. Andere Filme lockten mehr Zuseher in die Kinos. Um eine Relation zu schaffen. Der erfolgreichste Film des Jahres in Österreich ist "Super Mario 2" mit 500.000 Besuchern. "Der Teufel trägt Prada 2" und "Michael" schafften jeweils 350.000 zahlende Kinogänger. Selbst wenn Supergirl 50.000 Besucher geschafft hätte, wäre es noch eine Enttäuschung. Und das gilt für alle Länder in denen der Film letzten Freitag gestartet ist, inklusive dem Heimatland der Super-Helden-Filme, den USA. 38 Millionen Dollar am Startwochenende ist der schlechteste Start für eine Comic-Verfilmungen seit Jahrzehnten und schlichtweg ein Desaster für die Warner-Studios.
Was ist passiert? Eine Analyse.
Es braucht mehr Diversität auf der Leinwand, tönt es seit 10 Jahren aus den Chefetagen von Hollywood. Einher kam der - sehr teure - Versuch, mit Filmen die (zahlenden) Kinobesucher umzuerziehen. Die Journalisten - welche gratis ins Kino gehen und zu Premieren und Buffett eingeladen werden - bejubelten den Mut dieser "neuen" diversen Filme. Man will/muss den Menschen mehr Toleranz gegenüber Minderheiten einbläuen. Zusätzlich gilt es Frauen zu stärken und Männer zu schwächen. Dies würde vielleicht Sinn machen in Hollywoods Chefetagen und bei den Entscheidungsträgern. Da findet es jedoch nicht statt.
Sogar die Oscars sind mittlerweile "woke". So kann nur noch ein Film für den besten Film nominiert werden, der die Rollen mit "diversen" Schauspielern besetzt. Vielleicht ist das der Grund, dass Christopher Nolan in seinem Film "Die Odyssee" die Rolle der Helen von Troja mit einer farbigen Schauspielerin besetzt hat. Das Internet lacht sich krumm, wegen dieser Peinlichkeit. Was tut man nicht alles um bei den "Oscars" dabei zu sein.
Kinobesucher und Besucherinnen haben Vorlieben. Frauen tendieren zu romantischen Filmen, ernsthaften Stoffen, Literaturverfilmungen und Komödien. Männer bevorzugen Action, Fantasy, Horror und Science Fiction. Natürlich gibt es Ausnahmen. Es gibt sensible Männer, die französische Kunstfilme lieben und Frauen die sich Horrorfilme ansehen. Diese Ausnahmen bestätigen jedoch die Regel.
Hollywood hat vor 10 Jahren beschlossen die Bedürfnisse des Publikums zu ignorieren. Nebst der Absicht, Diversität in jedem Film zu quetschen, ob es passt oder nicht, mussten Comic-Verfilmungen und Action-Filme von nun an eine starke Frau in der Hauptrolle haben. Der Bösewicht war dann meist ein Mann und der männliche Sidekick ein patscherter Verlierer, der hauptsächlich für lustige und peinliche Momente sorgen durfte, um am Ende von der Heldin gerettet zu werden. Warum nicht? Drehen wir die Rollen mal um. Der Gedanke dahinter war jedoch weniger freundlich. Männliche Helden sind toxisch und müssen demontiert werden. Dazu passt wunderbar ein Satz von "Supergirl" im aktuellen Film. Sie ist bekannterweise, die Cousine von Superman und bemerkt über ihn:
"Superman sieht das Gute im Menschen, Ich sehe die Wahrheit".
Zynische Superheldinnen, was was ganz Neues. Superman ist naiv, während sie die Wahrheit kennt. Ich bevorzuge Menschen, die das Gute sehen und hüte mich vor Menschen, welche glauben, DIE Wahrheit zu kennen. Auch die Hollywood-Macher, glauben offensichtlich die Wahrheit zu kennen und zu wissen, was für die Kinogeher gut ist. Darum gibt es seit 10 Jahren Filme mit "Botschaft". Leider haben die Hollywood-Entscheider nicht mit dem Publikum gerechnet. Die Filme mit "Botschaft", will niemand sehen, und schon gar nicht dafür Geld ausgeben. Auch die Oscars und die Oscar-Gewinner (Filme mit Botschaft) verlieren schon seit Jahren an Bedeutung und das Publikum.
Anbei ein paar Beispiele, von Filmen, welche versuchten dem Publikum die Botschaft zu vermitteln und damit an der Kinokasse scheiterten.
Star Wars Episode 9 2019
Birds of Prey 2020
The Marvels 2023
Indiana Jones 5 2023
Madame Web 2024
Ballerina 2025
Supergirl 2026
All diese Filme floppten. Selbst "Star Wars 9", blieb weit hinter den Erwartungen zurück und zerstörte nachhaltig die Marke. Zusätzlich wurden unzählige Serien nach dem selben Prinzip veröffentlicht und gingen unter. Man denke nur an die vielen "Star Wars" und "Marvel"- Serien. Alle angeführt von unbesiegbaren alleskönnenden Powerfrauen in der Hauptrolle. Begleitet von einem dümmlichen und ungeschickten, männlichen Siedekick. Und natürlich, immer ein männlicher Bösewicht.
Es gibt unter Pärchen die ins Kino gehen seit Jahrzehnten eine unausgesprochene Übereinkunft. Heute schauen wir "Stirb Langsam" (für ihn), morgen "Pretty Woman" (für sie). Das darf nicht mehr sein. Denn abgesehen davon, dass Hollywood (fast) keine vernünftigen Action-Filme (für die Buben) dreht, werden auch keine romantischen Filme mehr produziert. Man erwartet, dass sich Frauen einen Supergirl-Film ansehen. Für deren Empowerment. Das ist das neue Frauen-Kino. "Supergirl" ist weder für Frauen noch für Männer interessant. darum floppt der Film.
Frauen, die keine Actionfilme mögen, gehen nicht automatisch in Actionfilme, nur weil eine Frau die Hauptrolle inne hat. Männer gehen nicht in Actionfilme in denen die männlichen Rollen, durch einen sadistischen Bösewicht und einen männlichen Clown als Sidekick, verkörpert werden. Man kann alles in der Kunst machen. Muss aber letztlich akzeptieren, dass das Publikum nicht alles mitmacht. Vor einem Jahr gab es dazu im "Forbes" (Das bedeutenste Finanz-Magazin in den USA) einen interessanten Artikel in welchen der CEO von "Disney" zerknirscht zugab, dass "Disney" in den letzten Jahren die jungen Männer als Publikum verloren hat. Warum wohl?. Und ob diese Einsicht reicht, bleibt abzuwarten.
Denn, nach wie vor regieren in Hollywood die Gouvernanten, die auf Biegen und Brechen versuchen das zahlende Kinopublikum zu besseren und toleranteren Menschen umzuerziehen. Nur sind die jungen Männer schon lange weg und schauen lieber innovative Horrorfilme (Backrooms & Obsession) oder Kampfsport-Klopper aus Asien (The Furious) und politisch unkorrekte Komödien wie "Scary Movie". "Scary Movie" hat in Österreich nach zwei Wochen Laufzeit bereits 150.000 Besucher erreicht und macht noch dazu über die aktuelle "woke"-Kultur lustig. "Dürfen die denn das?", wird sich da so manch, moralisch Aufrechter fragen. Sie haben nicht gefragt, sie machen es einfach.
Vielleicht haben wir Männer es aufgrund der Geschichte verdient, dass die Frauen mal in die Hauptrolle von Action-Filmen kommen. Aber ob der pädagogische Holzhammer hier der richtige Weg ist, darf bezweifelt werden. Und man stärkt Frauen sicher nicht damit, indem man Männer als Schwächlinge und Deppen darstellt. Zu meinen liebsten Actionfilmen zählen übrigens drei Filme welche alle mit einer weiblichen Hauptrolle auftrumpfen. "Terminator 1 & 2" und "Aliens" bescherte uns mit Sarah Connor & Ellen Ripley, zwei mutige Heldinnen, mit denen man als Mann mit fieberte.
2026 kriegen wir stattdessen, "Supergirl". Eine missmutige junge Frau, zynisch und arrogant. Aber wer weiß, vielleicht brauchte es noch diesen einen Flop, damit in den Chefetagen von Hollywood Einsicht einkehrt und man wieder beginnt Filme zu produzieren, welche das Publikum auch sehen möchte.
Andi Bauer

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