Bruce die Vierte: die 90 Jahre


1988 tourte Bruce Springsteen mit seiner E-Street Band noch um die Welt um diese dann 1989 überraschend zu feuern. Mit einem Telefonanruf.  Er siedelte - frisch verheiratet - mit seiner Frau Patti Scialfa von New Jersey nach Los Angeles. Dieser Umzug ist vergleichbar als würde ein eingeborener Tiroler aus Steinach am Brenner nach Wien in den 7. Bezirk. Anstatt Käsepätzle mit Speck gibt es politisch korrektes Tofu mit Humus. Die junge Familie Springsteen kriegte in den 90er Jahren drei Kinder. Der Familie hat der Umzug gut getan. Dem Musiker Springsteen weniger. Dieser veröffentliche drei Alben. Zwei davon hätte er lassen sich sparen können. Die ersten Beiden wurden im April am selben Tag veröffentlicht. Ein halbes Jahr davor haben Guns n`Roses mit "Use your Illussion I & II" denselben Trick geliefert. Klappte besser, da die "Gunner" die besseren Alben hatten. Nichtsdestotrotz tönte die Plattenfirma vom Boss mit überheblichen Marketing-Sprüchen

"If you wanna buy this year only one Album, you need to buy this two" 

Eine angemessene Antwort dazu wäre gewesen:
 
"Better Make One Good One, Than Two Lukewarm"  Zu Spät, die Dinger waren  bereits draußen:

    
Human Touch   1992    👶1/2     (von 5 möglichen Punkten)

Überproduziert, bombastisch, viel zu lang und langweilig. Das Windelwechseln hat dem "Boss" nicht gut getan. Lieder wie Human Touch,  A Mans Job und Real Man sind peinlich. 57 Cannels And Nothing On" ist flach und kommt als Medienkritik zu spät. Die zusammengestoppelte Band aus Rock-Söldnern spielt brav was Bruce Ihnen vorgibt. Wie geölt nur ohne Essig. Es fehlt nicht nur die Dynamik und der Spirit der E-Street Band sondern auch das korrektiv. Die Band hätte Bruce nie diese Songs durchgehen lassen. Das peinliche Cover der Single (siehe Bild) sicher auch nicht.



Lucky Town   1992     🍀🍀🍀

Kürzer, Besser und luftiger arrangiert mit einigen schönen Songs. Leap of Faith und If I should fall behind sind wunderschön und werden noch heute bei Konzerten gespielt. My beautiful Reward ist allerliebst. Der Rest bleibt Durchschnitt. Better Days klingt wie erzwungener Zweckoptimismus . ".....These Are Better Days...."  singt Bruce, scheinbar zu sich selbst zu überzeugen. Es mögen für den Menschen Bruce Springsteen bessere Tage angebrochen sein. Für den Musiker sicher nicht.



1995 kassierte Bruce Springsteen einen Oscar für Streets of Philadelphia und veröffentlichte sein erstes "Greatest Hits" - Album dass sich wie Schnitten Brot verkaufte. Im Herbst folgte dann ein weiteres musikalisches Lebenszeichen.






The Ghost Of Tom Joad   1995     🌵🌵🌵🌵1/2

Los Angeles brachte nicht nur Familienglück in das Leben von Springsteen, sondern auch das Bewusstsein, dass Millionen Mittel und Südamerikaner in die USA drängen. Bruce Springsteen schrieb einige seiner besten Lieder über die Menschen die auf ein besseres Leben hoffen und dann oftmalig doch nur als illegaler Tellerwäscher in den Küchen von L.A`s. Nobel-Restaurants hängenbleiben. Ruhige stimmige Platte, die sowohl beim kargen Sound wie auch thematisch an "Nebraska" erinnert. Obwohl Bruce mit Streets Of Philadelphia einen Nummer ein Hit hatte, inkludierte Er das Lied nicht auf dem Album. Es passte Ihm thematisch nicht zu den anderen Liedern. Dies war wohl ein Mitgrund, dass "Ghost" es als erstes Springsteen Album seit 24 Jahren, nicht in die US-Top Ten schaffte. Es fehlten wohl die Hits und somit reichte es nur bis Platz 11. Musikalisch ist Bruce aber wieder top. Die Karenz scheint vorbei zu sein.  







 


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