The Boring Dead

"No Brain Found In This Movie"


Dieser Artikel enthält Spoiler zum aktuellen Netflix-Hit: "Army Of Dead". Wobei dieser Beitrag  eigentlich ein einziger Spoiler ist. Obwohl der Verfasser generell gegen das vorschnelle Ausplaudern von Inhalten ist, gibt es hier die Ausnahme: Der Film läuft seit 10 Tagen auf Netflix. Wer ihn sehen wollte, hat ihn bereits gesehen. Zombie-Film-Fans sind da sehr schnell. Die anderen haben nix verpasst. 

Die Geschichte lässt sich auf dem berühmten Bierdeckel zusammenfassen. "Ocean`s 11" mit Zombies. Eine bunte Söldner-Truppe soll ein Casino im Zombie-verseuchten Las Vegas ausräumen. Klingt ja nett, würde das Narrativ und das Tempo stimmen. Und das Drehbuch nicht die Darsteller verheizen.

Der Film kann nach einem hervorragenden Start das Versprechen auf mehr nicht einlösen. Bereits während des zweiten Drittels fällt die Geschichte in sich zusammen. Eh schon dünner als Backpapier, braucht die Story ewig, um in Gang zu kommen.  Warum muss ein Zombie-Film überhaupt länger als 2 Stunden dauern?

Gleich den "Gefährten" von den "Herr der Ringe" marschiert die bunte Söldnertruppe schnarchend lang durch das zerstörte Las Vegas, bis etwas passiert. Die Truppe ist (natürlich) politisch korrekt zusammengestellt. Alle Ethnien und Geschlechter sind vorhanden, inklusive dem potentiellen Bösewicht, der natürlich eine eigene Agenda hat. Die Bande ist durchaus sympathisch besetzt. Neben Dave Bautista erfreut Matthias Schweighofer als Safe-Knacker Dieter. Hilft nix, da die Bande recht schnell und zum Teil unnötig dezimiert wird: Alle paar Minuten muss einer der Helden über die Klinge springen. Denn mit dabei ist die störrische Tochter des Anführers, die natürlich nicht tut, was man ihr sagt, und so die ganze Truppe permanent in Lebensgefahr bringt.

Um an dieser Stelle meinen guten Freund Mario – Filmexperte, Jack-Black-Double und Kinofreak – zu zitieren: (Achtung, jetzt kommt der Spoiler)

"Wegen einer ungehorsamen Tochter müssen alle sterben"

Es liegt wohl eher an den Drehbuchautoren, die mal wieder einen (unnötigen) Vater-Tochter-Konflikt in einen Action-Film verfrachten mussten. Und natürlich auch an Regisseur Zack Snyder. Dieser kann zwar schöne Bilder machen, aber mit Dialogen und Darstellern hat er es nicht so sehr. Selbst für Zombie-Fans ist der Film ein durchwachsenes Vergnügen. Alle anderen können sich den Zirkus ohnehin sparen. Denn trotz laufender Zombies und viel Gewalt ist "Army Of Dead" ein müder Film.

Dass die "Snyder-Fan-Boys" das anders sehen und die Online-Foren mit ihren Quatsch zumüllen, sind wir eh schon seit dem Justice-League-Aufstand gewöhnt. "Give us the Snyder-Cut", hieß es jahrelang. Hier gibt es gleich den "Snyder-Cut" und der kann auch nicht viel. Der Mann ist überschätzt.

Andi Bauer 

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