Nick Cave Live and alone



Nick Cave Idiot Prayer: Nick Cave Alone at Alexandra Palace 

Mittlerweile gibt es Musiker & Bands die sogenannte „Corona-Alben“ veröffentlichen. Dem ungefragten Publikum werden Lieder präsentiert, die während dem Lockdown entstanden sind. Zu früh und zu geschwätzig. 

Wir alle stecken noch in der Krise, darüber jetzt schon Lieder zu schreiben und singen ist eindeutig zu früh. Nick Cave macht es anders und richtig. Er hat keine Lieder zur Krise geschrieben, sondern spielt seine Lieder beeinflusst durch dir Krise. Im Juli stellte er sein Klavier im Alexandra Palace In London auf und spielte in der leeren Halle ein Konzert. Keine Band, kein Publikum, nur die Lieder, das Klavier und seine Stimme. Damit spiegelte er die Situation wieder, ohne diese für sich zu vereinnahmen. 

Das Konzert wurde live im Stream übertragen und liegt jetzt als Tonträger vor. Darauf finden sich Lieder aus allen Epochen des Australiers. Von den 80er Jahren bis heute. Sogar zwei Titeln seines Garagen-Rock-Seiten-Projekts „Grinderman“. Cave hat mit seinen Liedern immer die großen menschlichen Themen abgearbeitet. Die Liebe und der Verlust derselben. Der Glaube und der Zweifel am Göttlichen. Leid, Schmerz und auch die Freuden des Lebens. Das Solo-Konzert vom Juli offenbart die bekannten Lieder von einer intimeren Seite. Bis zur Unkenntlichkeit reduziert und in Moll - natürlich. 

Cave singt schöner und sanfter als je zuvor. Die Musik braucht Ruhe und Aufmerksamkeit. Die Lieder entfalten letztlich eine Tiefe und Sensibilität wie diese selten in der Popmusik zu finden ist. Einerseits werden die derzeitige Beklemmung und die Einsamkeit reflektiert. Anderseits entfaltet sich eine Schönheit und Wärme, die das Herz ergreift. 

Für Fans, unverzichtbar. Für Freunde intimer Musik ein bereichernder Genuss. Schalten Sie ihr Smartphone aus, während Sie diese Platte hören. Es lohnt sich.  

Andi Bauer

https://www.youtube.com/watch?v=6lWJjvc07oU

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