DIE ODYSEE des Christopher Nolan – Ein Film über die Reise eines Mannes
Der Blogmaster
ruht nie. Selbst während dem Kroatienurlaub opfert er sich und hat sich in
ein Freiluftkino aufgemacht um, „Die Odysee“ zu schauen und für die werte
Leserschaft zu besprechen. Hier ist der erste Eindruck.
Christopher
Nolan ist neben Steven Spielberg und James Cameron der derzeit einflussreichste
und erfolgreichste Regisseur Hollywoods. „Batman“ verpflanzte er von den
Comics in die Realität. „Inception“ spielte in den unterschiedlichen Bewusstseinsebenen
und lässt bis heute Rätsel zurück. Dreht sich der Kreisel? „Interstellar“, „Memento“
und „Tenet“ verbogen Zeit und Raum bis sich niemand mehr auskannte. Sein bester
Film, „The Prestige“, erzählt die Geschichte eines Konkurrenzkampfes zweier
Magier. Dazu gibt es Nicolas Tesla und die Frage nach unbegrenzter Energie. Ein
Meisterwerk und dennoch im Gesamtwerk des Engländers stiefmütterlich behandelt.
Mittlerweile werden Nolans Filme nicht mit den Stars sondern mit seinem Namen beworben. Sein letzter Film „Oppenheimer“, setzte eine Milliarde Dollar an den Kinokassen um und heimste sieben Oscar ein. Da konnte sich das „Universal“ Studio nicht lumpen lassen und spendierte 250 Millionen Dollar um die älteste (nach der Bibel) aller Geschichten zu verfilmen. Die Abenteuer des Odysseus, der nach dem trojanischen Krieg 10 Jahre brauchte um zu Frau und Kind zurückzukehren. Obwohl der Film eine visuelle Wucht ist und unbedingt im Kino erlebt werden muss, scheitert er letztlich an Nolans offensichtlichen Unvermögen sich zu entscheiden, welche Geschichte er erzählen will.
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Die
Geschichte eines Mannes zwischen Sehnsucht, Schuld und Verantwortung
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Ein
Antikriegsdrama
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Eine
Abenteuergeschichte
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Ein
Märchen
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Einen
realistischen Film über die Antike
Einerseits
will es Nolan wieder Allen zeigen, was er kann, und verzichtet weitgehend auf
digitale Effekte. Die Szenen am Meer haben eine physische Brisanz. Man fühlt den
Sturm und die Wellen. Der Zyklop wiederum, angeblich eine Puppe und nicht
digital, wirkt unbeholfen klobig. Wie die Dinosaurier wie aus dem ersten "King Kong" Film (1936). Auch damals wurde mit Stop-Motion-Puppen Effekten gearbeitet. Die
Szene in welcher seine Männer in Schweine verwandelt werden, ist Horror und
nicht ein Fantasiemärchen. Hier passt Nolans Hang zum Realismus nicht mehr. Es
scheint, dass sich der Regisseur generell mit den Fantasiegestalten der Sage
schwer tut.
Ein
Fantasyfilm ist es somit nicht geworden, der pragmatische Realismus des
Regisseur hält alles am Boden fest. Selbst die Dialoge von Odysseus mit der
Göttin Athene könnten Einbildungen des Helden sein. Nolan verzichtet nicht auf
die Götter, gibt ihnen jedoch keinen Raum. Der Film eines Agnostikers.
Möglicherweise
hätte er lieber einen Antikriegsfilm über das Altertum gedreht, was der Film am
Ende dann wird. Denn es sind die letzten 30 Minuten, welche in der realen Welt
ankommen und Nolans Botschaft von Schrecken des Krieges und der Verantwortung
des Einzelnen transportieren. Hier haben weder Götter noch Monster Platz. Hier
ist der Mensch Gott, Monster und Held in einem.
Wolfgang
Peterson hat es 2004 mit seinem Film „Troja“ konsequenter gemacht. Er verzichtete
vollständig auf den Einfluss der Götter, welcher jedoch in Homers Vorlage permanent
ist. Im Buch mischen sich die Götter ständig in den Kampf um Troja ein.
Peterson hat einfach einen realistischen Kriegsfilm gedreht und die Mystik der
Sage ignoriert.
Nolan
scheint sich nicht entscheiden zu können oder zu wollen. Einerseits präsentiert
er einen erschütterten und realistischen Antikriegsfilm. Die Bilder vom Massaker
in Troja brennen sich ein. Anderseits verzichtet er nicht auf die fantastischen
und märchenhaften Elemente der Geschichte und findet keine Balance beides zu
verbinden.
Den Mut ein reines Märchen mit Fantasie zu erzählen – denn das ist die Geschichte - hatte er wohl nicht. Vielleicht war ihm auch sein Sendungsbewusstsein im Weg. Eine Botschaft gegen den Krieg in die Welt zu schicken. Aber dann hätte er einen Film drehen müssen, wo nicht Sirenen Seeleute verführen, riesige Schlangen Menschen verschlingen, und Zyklopen Menschen fressen.
Alles geht
eben nicht immer. Diese Kritik sollte jedoch Kinogänger nicht von einem Besuch
abhalten. Denn der Film ist in jedem Fall sehenswert und sollte auf einer
großen Kinoleinwand erlebt werden. Und wer weiß, vielleicht findet der Blogmaster bei einem
weiteren Kinobesuch mehr Milde in seinem Herzen. Kommende Woche in einem
heimischen IMAX mit Hubsi. Bis dahin gibt es 3 1/2 von 5 möglichen Sonnenschirmen
⛱⛱⛱ 1/2
Andi Bauer

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