Besser als sein Ruf - 40 Jahre ROCKY III

Rocky III ist besser als sein Ruf und überdies hervorragend gealtert.

Foto by Albrecht Bauer, who knows his "Rocky" Movies

Es gibt mittlerweile acht Filme im "Rocky"-Context. "Rocky" 1 - 5 (1976 - 1990). 2006 folgte "Rocky Balboa", der  die Reihe vorerst beendete. 2015 und 2018 wurde die Reihe mit zwei "Creed"- Filmen fortgesetzt. Hier ist der Protagonist Adonis Creed, der Sohn von Apollo Creed. Apollo war Rockys Gegner in den ersten beiden Filmen. Rocky hatte eine Nebenrolle und fungierte als Trainer in den  "Creed" Filmen. Stallone erhielt für seine Darstellung  im zweiten "Creed" Film den Golden Globe und wurde für den Oscar nominiert. 

Die "Rocky-Serie" ist jedoch nicht das heutige Thema. Es soll vielmehr der dritte Film der Reihe vor den Vorhang. Es ist erstaunlich, dass eine Film & Musikindustrie, welche seit Jahrzehnten jedes (vermeintliche) Jubiläum nützt um alten Kamellen in neue Schläuche zu stopfen um diese erneut zu verkaufen, offensichtlich übersehen hat, dass der beste "Rocky" Film heuer seinen 40er feiert. (Ich warte immer noch auf eine Jubiläumsaktion. "Rocky III" verdient diese allemal. 

Am 28.11.1982 startete "Rocky III" in den deutschsprachigen Kinos. In den USA bereits im Mai, 6 Monate vorher. Der Film avancierte in den USA zum vierterfolgreichsten des Jahres. Weltweit sogar die Nummer drei von 1982. Der erste "Rocky", erzählte die klassische Geschichte vom amerikanischen Traum. Underdog kämpft sich gegen alle Widerstände nach Oben und triumphiert. Der zweite Teil ist eine Spur schwächer und bietet eigentlich nur eine Wiederholung der Geschichte mit einem deutlichen Sieg für Rocky am Ende. Teil 3, Das Auge des Tigers, entpuppte sich dann als der beste Teil der Filmreihe. 

Rocky ist Weltmeister, saturiert und gelangweilt. Am Beginn der Geschichte kämpft Rocky Balboa gegen den Weltmeister im Catchen, Hulk Hogan. Alles jedoch nur Spaß, es geht um den guten Zweck. Das Geld ist da, das große Haus, die glückliche Familie. Rocky lebt den perfekten amerikanischen Traum. Und da taucht plötzlich Clubber Lang auf. Ein junger farbiger Boxer der den Champion herausfordert. Mr. T. aus der Serie "A-Team" verkörpert den zornigen jungen Mann. Die Figur ist fantastisch. Voller Wut, jedoch ohne Hintergrundgeschichte. Man erfährt nichts über ihn, außer dass er die Reichen und Privilegierten verachtet und voller Zorn lodert. Clubber provoziert Rocky und fordert ihn zum Kampf. Soviel darf verraten werden, Rocky verliert den ersten Kampf gegen seinen Herausforderer. Nach dem Kampf stirbt überdies Rockys Trainer (und väterlicher Freund) Mickey in dessen Armen an einem Herzinfarkt. Rocky scheint an einem Tag alles verloren zu haben. Und es ist dann sein ehemaliger Gegner Apollo Creek der ihn wieder zurück bringt und ihm hilft das titelgebende "Auge des Tigers" wieder zu finden.

So simpel und einfältig die Geschichte sein mag, sie ist mitreißend inszeniert und begeistert bis zum Ende. Stallone zeigte als Regisseur was er kann. Der Film ist witzig, spannend und flott erzählt. Die Actionszenen im Ring sind fantastisch und bis heute unübertroffen. Sylvester Stallone spielt überzeugend den strauchelnden Sieger. Mr. T. als Herausforderer gibt dem Film eine bedrohliche und nicht fassbare Seite. Von allen "Rocky" Filme ist Clubber der interessanteste Gegner. Trotz seines  unsympathischen auftreten, will man ihn nach dem Ende auf der Leinwand wiedersehen. 

Zum Ende gestatte ich mir einen Vergleich zu den heutigen Superhits. "Rocky III" hat 1982, 17 Millionen Dollar gekostet und weltweit 270 Millionen in den Kinos eingespielt. Ein Film wie "Black Panther II" kostete 300 Millionen Dollar (ohne Marketingkosten). Jeder kann selbst nachrechnen wieviel der Film einspielen müsste um einen ähnlichen Erfolgsschlüssel zu haben wie "Rocky III".

Anfang bis Mitte der 80er Jahre hatte Stallone einen perfekten Lauf. 1982 sollte sich letztlich auch als sein bestes Jahr als Filmemacher herausstellen.  "Rocky III" im Mai und "Rambo I" im Oktober. Danach wollte jeder den Mann mit der Gesichtslähmung in den Kinos sehen. So war das damals in den 80er Jahren. 

Andi Bauer


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